Verhütung

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze gehört zu den hormonellen Verhütungsmethoden und enthält Gestagen. Alle drei Monate wird das Verhütungsmittel in den ersten fünf Tagen der Menstruation in den Oberarm- oder Gesäßmuskel injiziert. Mit einem Pear-Index von 0,2-1,4 ist die Verhütungsspritze eine sehr sichere Methode der Verhütung. Wichtig für den Empfängnisschutz ist die korrekte Folgeinjektion alle 12 Wochen, solltest Du keinen Kinderwunsch haben.

May 24, 2022

Wirkungsweise der Hormonspritze

Die Hormone, ein Depot aus Progesteron, gelangen kontinuierlich ins Blut und werden in die Eierstöcke sowie die Gebärmutter transportiert. Direkt nach der Injektion entfaltet die Hormonspritze bereits ihre Wirkung. Auf diese Weise wird nicht nur Dein Eisprung verhindert, sondern auch der Zervixschleim verdickt sowie die Gebärmutterschleimhaut abgebaut. Folgeinjektionen müssen zwei Wochen vor Ablauf der Dreimonatsfrist gesetzt werden, damit Du nicht ungewollt schwanger werden kannst.

Vorteile und Nachteile

Jedes Verhütungsmittel, ob Hormonspirale, Diaphragma oder Kondom, bringt Vor- und Nachteile mit sich. Vorteile sind beispielsweise ein regelmäßiger Zyklus bei der Einnahme der Pille oder der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bei der Anwendung des Kondoms.

Vorteile der Verhütungsspritze

Insbesondere für Frauen, die keine Östrogene oder andere Verhütungsmethoden vertragen, aber eine Langzeitverhütung bevorzugen, eignet sich die Dreimonatsspritze optimal. Der durch die Hormone verdickte Gebärmutterhalsschleim hindert nicht nur Spermien, sondern ebenfalls Bakterien am Eindringen in die Gebärmutter, wodurch ein Schutz vor Beckenentzündungen besteht. Sie birgt ein niedriges Risiko für Anwendungsfehler und reduziert sowohl menstruelle Blutungen und Beschwerden als auch das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken. Zudem bleibt die Wirkung, im Gegensatz zur Pille, bei Erbrechen und Durchfall aufrechterhalten. Die Depotspritze ist für Dich ideal, wenn Du:

  • Bereits mit der Familienplanung abgeschlossen hast.
  • An spezifischen Krankheiten wie chronischen Magen-Darm-Beschwerden leidest.
  • Spontanen Geschlechtsverkehr praktizieren möchtest.
  • (beruflich) Viel unterwegs bist.
  • Im Schichtdienst arbeitest.

Nachteile der Verhütungsspritze

Die Verhütungsspritze schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Das ist allerdings bei jeder hormonellen Verhütungsmethode der Fall. Des Weiteren ist bei der Hormonspritze mit folgenden Nachteilen zu rechnen:

  • Ein spontanes Absetzen ist aufgrund der Einmalgabe nicht möglich.
  • Auftretende unerwünschte Wirkungen sind für den Zeitraum von drei Monaten irreversibel.
  • Es wird eine hohe Hormondosis verabreicht.
  • Ein regelmäßiger Eisprung kann nach dem Absetzen des Präparats bis zu drei Jahre lang dauern.
  • Die Fruchtbarkeit ist in manchen Fällen erst nach einem Jahr vollständig wiederhergestellt.
  • Bestimmte Medikamente wie Antibiotika senken die Wirksamkeit.

Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze

Nicht jede Frau verträgt hormonelle Kontrazeptiva. Somit ist es wahrscheinlich, dass Du auch bei der Dreimonatsspritze mit Neben- und Wechselwirkungen zu rechnen hast. Deshalb gilt es, mögliche Wechselwirkungen und Vorerkrankungen ärztlich abzuklären. 

Ein Nebeneffekt der Hormonspritze können nicht nur verminderte Blutungen, sondern ebenfalls Schmier- und Zwischenblutungen sein. Des Weiteren sind folgende Nebenwirkungen möglich, die allerdings selten auftreten:

  • Stimmungsschwankungen
  • Veränderte Knochendichte bei Langzeitanwendung
  • Erhöhtes Osteoporose-Risiko
  • Brustspannen
  • Kopfschmerzen
  • Magenprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Zyklusstörungen
  • Haarausfall
  • Libidoverlust
  • Akne

Gegenanzeigen der Dreimonatsspritze

Es gibt bestimmte Kontraindikationen, bei denen von einer Hormonspritze abgeraten wird. In diesen Fällen solltest Du anders verhüten:

  • Kurz nach einer Entbindung
  • Bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt in den vergangenen Monaten
  • Während einer Schwangerschaft
  • Bei einem Brustkrebsleiden
  • Mit Diabetes, Bluthochdruck, Leberkrankheiten oder Blutgerinnseln
  • Bei bestehenden Zwischenblutungen

Dreimonatsspritze Kosten

Bei der Verhütungsspritze handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Produkt. Für drei Monate betragen die Kosten etwa 30 €. In manchen Fällen berechnet die Gynäkologin / der Gynäkologe bis zu 15 € für die Injektion. Junge Frauen bis zum 22. Lebensjahr bekommen die Kosten von ihrer gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Sie müssen ab 18 Jahren lediglich eine Zuzahlung leisten. Wird die Spritze vom Arzt verordnet, um eine Hauterkrankung, beispielsweise Akne zu behandeln, erfolgt eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Ist die Depotspritze zuverlässig?

Die Dreimonatsspritze ist für Dich das passende Produkt, wenn Du hormonell und zuverlässig verhüten möchtest. Das Depot hat den Vorteil, dass nicht an eine regelmäßige Einnahme gedacht werden muss und spontaner Sex jederzeit möglich ist. Bei Durchfall oder Erbrechen ist, im Gegensatz zur Pille, keine zusätzliche Verhütung notwendig.

Häufige Fragen

Wie schädlich ist die 3 Monatsspritze?

Die 3 Monatsspritze kann wie jedes andere Mittel zur Verhütung zu negativen Nebeneffekten wie Zyklusstörungen und Kopfschmerzen führen. Bei der Entscheidung zur Depotspritze muss Dir bewusst sein, dass diese über den gesamten Zeitraum von drei Monaten und darüber hinaus bestehen bleiben können.

Hat man bei der 3 Monatsspritze die Regel?

Bei der 3 Monatsspritze bekommst Du Deine Regel sehr unregelmäßig, in den meisten Fällen bleibt sie sogar ganz aus.

Was ist besser, die Pille oder die 3 Monatsspritze?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Für eine Frau mit unregelmäßigem Menstruationszyklus ist die Pille die bessere Wahl, für eine Frau, die oftmals die Einnahme vergisst und viel unterwegs ist, empfiehlt sich die 3 Monatsspritze. In beiden Fällen müssen mögliche Kontraindikationen mit der Frauenärztin / dem Frauenarzt abgeklärt werden.

Wie viel kostet eine 3 Monatsspritze?

Eine 3 Monatsspritze kostet etwa 30 €. Manche Arztpraxen berechnen zusätzlich eine Gebühr in Höhe von circa 15 € für das Setzen der Spritze. Die Kosten werden bis zum 18. Lebensjahr vollständig und bis zum 22. Lebensjahr anteilig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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