Verhütung

Kupferspirale – hormonfrei und sicher verhüten

Die Kupferspirale wird als hormonfreies Verhütungsmittel in die Gebärmutterhöhle eingelegt. Einmal eingesetzt, bietet sie bis zu zehn Jahre Schutz vor einer möglichen Schwangerschaft. Sie greift nicht in Deine Menstruation ein, sondern wirkt ausschließlich örtlich in Deiner Gebärmutter. Wir verraten Dir, welche Vor- und Nachteile die Kupferspirale als Verhütungsmittel mit sich bringt.

Was ist eine Spirale?

Das Intrauterinpessar, wie die Kupferspirale ebenfalls bezeichnet wird, ist – anders als der Name es vermuten lässt – ein Kunststoffstäbchen in T- oder Ankerform. Den Namen hat die Spirale aufgrund des Kupferdrahtes, der das Kunststoffstäbchen umwickelt. Die Spirale wird in die Gebärmutter eingesetzt. Dort gibt sie geringe Mengen an Kupfer ab, die wiederum für eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Schleims am Muttermund sorgen. 

Die Beweglichkeit der Spermien wird dadurch eingeschränkt, genauso wie ihre Fähigkeit, eine Eizelle zu befruchten. Und wenn es doch mal dazu kommt, sorgt die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut dafür, dass sich die Eizelle dort nicht einnisten kann. Die Kupferspirale ist in der Regel zwischen 2,5 und 3,5 Zentimeter groß und wird von Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt durch den Muttermund eingesetzt. Der Vorteil gegenüber der Hormonspirale ist, dass die Kupferspirale keine Hormone abgibt und dementsprechend weder Deinen Hormonhaushalt noch Deinen Zyklus beeinflusst.

Wie sicher ist die Spirale?

Mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 1,5 gilt die Kupferspirale als ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr schwanger werden, obwohl sie das jeweilige Verhütungsmittel nutzen. Im Falle der Kupferspirale heißt das: Nur 4 bis 15 von 1.000 Frauen werden trotz Verhütung im Jahr schwanger

Damit zählt die Kupferspirale zu den sichersten Verhütungsmitteln. Zum Vergleich: Das Diaphragma hat einen Pearl-Index von 1 bis 20, das Kondom einen von 2 bis 12 und die Verhütungskappe einen von 6. Sicherer sind hingegen das Hormonstäbchen mit 0,1, die Hormonspirale mit 0,16 und die Pille mit 0,1 bis 0,9 – die aber allesamt auf Hormonen basieren und dementsprechend Deinen Hormonhaushalt durcheinander bringen und Deinen Menstruationszyklus beeinflussen können. Die Sicherheit der Kupferspirale wird unter anderem durch die richtige Anwendung beeinflusst.

Die richtige Anwendung: Kupferspirale einsetzen

Für eine möglichst sichere Empfängnisverhütung ist eine sorgsame Anwendung der Kupferspirale Voraussetzung. Das gilt zum einen für das Einsetzen selbst und zum anderen für regelmäßige Kontrollen, um den sicheren Sitz der Spirale zu prüfen. Verantwortlich dafür ist Deine Frauenärztin oder Dein Frauenarzt. Sie oder er setzt die Kupferspirale dabei durch Deinen Muttermund hindurch in Deine Gebärmutter ein. Üblicherweise passiert das in den letzten Tagen der Monatsblutung: So kann eine aktuelle Schwangerschaft ausgeschlossen werden, der Gebärmutterhals ist bereits offener und das Einlegen ist weniger zu spüren.

Das Einsetzen selbst kann dennoch sehr schmerzhaft sein. Insbesondere Frauen, die bisher noch keine Kinder haben, leiden häufig sehr unter dem Eingriff – die Prozedur und damit der Schmerz ist aber nach wenigen Minuten wieder vorbei. Schmerzmittel oder eine örtliche Betäubung können zur Linderung beitragen. Ein Medikament, das den Gebärmutterhals leicht öffnet, hilft beim Einsetzen der Spirale, verhindert aber nicht die Schmerzen.

Spirale-Ultraschall: Regelmäßige Kontrolle

Ist die Kupferspirale eingesetzt, kontrolliert der Arzt oder die Ärztin ihren korrekten Sitz mithilfe eines Ultraschalls. Nach der folgenden Monatsblutung muss die nächste Kontrolle durchgeführt werden und schließlich mindestens einmal jährlich, sofern es zwischenzeitlich keine Beschwerden gibt. Du kannst sogar selbst kontrollieren, ob Du den Rückholfaden der Spirale noch ertasten kannst. Besonders nach der monatlichen Blutung ist dafür ein guter Zeitpunkt. Die Selbstkontrolle ersetzt jedoch nicht den jährlichen Besuch bei Deiner Frauenärztin oder bei Deinem Frauenarzt

Direkt nach dem Einsetzen der Kupferspirale kann es zu Menstruationsbeschwerden kommen, die aber schnell wieder abklingen. Tun sie das nicht, muss das wiederum ärztlich untersucht werden. Moderne Kupferspiralen können je nach Modell drei bis zehn Jahre in der Gebärmutter bleiben, ohne, dass Du anderweitig verhüten musst. Mittels Rückholfaden wird die Spirale schließlich wieder entfernt. 

Kupferspirale: Vor- und Nachteile im Überblick

Die Kupferspirale hat überzeugende Vorteile: Sie ist frei von Hormonen, kann bis zu zehn Jahre verwendet werden und bietet eine hohe Sicherheit. Demgegenüber stehen Nachteile wie eine verstärkte Monatsblutung, häufigere Zwischenblutungen und gegebenenfalls von der Menstruation unabhängige Unterleibsschmerzen. Wir vergleichen die Vor- und Nachteile und erklären, für wen die Kupferspirale Sinn ergibt.

Für Dich bedeutet das: Interessant ist die Kupferspirale für Dich, wenn Du langfristig verhüten und Dich nicht regelmäßig wieder darum kümmern möchtest – oder aber Deine Familienplanung bereits gänzlich abgeschlossen ist. Wenn Du keine hormonellen Verhütungsmittel verträgst, ist die Kupferspirale ebenfalls eine gute Alternative. Der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, zum Beispiel durch Kondome, ist bei wechselnden oder neuen Sexualpartnern aber zusätzlich zu empfehlen, genauso wie die regelmäßigen ärztlichen Kontrollen zu Deiner persönlichen Sicherheit.

Wie viel kostet die Kupferspirale?

Die Kupferspirale kostet in der Regel zwischen 120 und 300 Euro. Entscheidend für den Preis ist das jeweilige Modell. Inklusive sind dabei die Kosten für die Beratung vorab, für die Untersuchung und für das Einsetzen selbst. Die erste anschließende Kontrolle mithilfe des Ultraschalls wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, die Folgeuntersuchungen in der Regel nicht mehr. Wenn Du privatversichert bist, solltest Du Dich am besten vorab bei Deiner Krankenkasse informieren. Die Kosten für die Kupferspirale sind vergleichsweise hoch, werden durch die lange Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren aber ausgeglichen.

Zusammenfassung

Als hormonfreies Verhütungsmittel ermöglicht Dir die Kupferspirale, dass Du Deinen natürlichen Zyklus beibehalten kannst. Es schützt Dich bis zu zehn Jahre lang, kann Deine Menstruationsbeschwerden aber verstärken und für zusätzliche Unterleibsschmerzen sorgen. Im Gegenzug profitierst Du von einer sehr sicheren Empfängnisverhütung, die Du mit Entfernen der Kupferspirale sofort beenden kannst, um schwanger zu werden.

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat die Kupferspirale?

Die Kupferspirale verstärkt bei den meisten Frauen die Monatsblutung. In den ersten Wochen und Monaten nach Einsetzen der Spirale kann es häufiger zu Zwischenblutungen kommen und selten treten weitere Unterleibsschmerzen auf. Wirst Du doch schwanger, handelt es sich dabei meist um eine Eileiterschwangerschaft mit tödlichen Folgen für das ungeborene Kind.

Für wen eignet sich die Kupferspirale?

Wer seine Familienplanung bereits abgeschlossen hat oder langfristig verhüten möchte, kann von der Kupferspirale profitieren. Auch, wenn Du hormonelle Verhütungsmethoden nicht verträgst, kann die Kupferspirale eine passende Alternative sein. Leidest Du unter körperlichen Einschränkungen, kann die Kupferspirale womöglich nicht eingesetzt werden – das gilt es mit einem Arzt oder einer Ärztin abzuklären.

Wie viel kostet die Kupferspirale?

Die Kupferspirale kostet zwischen 120 und 300 Euro, inklusive Beratung vorab, Untersuchung und Einsetzen. Hinzu kommen je nach Krankenkasse noch Kosten für die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, bei denen der richtige Sitz der Kupferspirale sichergestellt wird. Die erste Kontrolle wird dabei in der Regel noch übernommen.

Kann man durch die Kupferspirale abnehmen?

Die Kupferspirale hilft nicht beim Abnehmen. Dadurch, dass sie nicht in Deinen Hormonhaushalt eingreift, nimmt sie keinen Einfluss auf Deinen Stoffwechsel und hilft Dir demzufolge nicht beim Abnehmen. Studien konnten außerdem widerlegen, dass der Einsatz der Kupferspirale zu einer Gewichtszunahme führt. 

Ist die Kupferspirale schädlich für den Körper?

Die Kupferspirale ist nicht direkt schädlich für den Körper. Menstruationsbeschwerden können zunehmen, es kann häufiger zu Zwischenblutungen und Unterleibsschmerzen kommen. Risiken, wie Infektionen oder eine Perforation der Gebärmutterwand, treten aber äußerst selten auf. Die geringen Mengen an Kupfer, die die Spirale in die Gebärmutter abgibt, können nicht zu einer Kupfervergiftung führen.

Quellenangaben
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