Familienplanung

Zervixschleim

Zervixschleim ist der Schleim, der sich vor der Öffnung des Muttermundes befindet. Abgeleitet wird der Terminus von der lateinischen Bezeichnung „Zervix“, Deutsch „Muttermund“.  Im Laufe Deines Zyklus verändert sich die Konsistenz Deines Zervixschleims, ebenso wie die des Muttermundes. Der Schleim gibt Aufschluss darüber, in welchem Stadium Deines Menstruationszyklus Du Dich gerade befindest. Auf diese Weise können Frauen ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen

Zervixschleim: Anzeichen für die fruchtbaren Tage und den Eisprung

Zervixschleim-Konsistenz

Zervixschleim wird infolge Deiner Periode und Deines Eisprungs im Gebärmutterhals in unterschiedlichster Qualität gebildet. Kurz vor dem Eisprung verändert sich der feste und gelbliche Schleim in eine durchsichtige, glasige und spinnbare (spinnbar = der Zervixschleim zieht Fäden, wenn man ihn mit 2 Fingern auseinanderzieht) Masse. Je näher der Eisprung rückt, desto spinnbarer ist der Schleimfaden. Während Deines Eisprungs kann sich der glasige Schleim bis zu einer Fingerlänge ziehen. Sobald sich der Muttermund nach der Ovulation geschlossen hat, erhält der Schleim wieder seine feste, klebrige Konsistenz und gelbe Färbung. Ist der Schleim dickflüssig und undurchlässig, wird der Gebärmuttermund verschlossen und vor dem Eindringen von Keimen sowie Spermien geschützt. Ist der weibliche Körper in Empfängnisbereitschaft, ist die Konsistenz des Zervixschleims flüssiger und zuckerhaltiger. In diesem Fall können Spermien gefiltert und genährt werden.

Zervixschleim bestimmen

Die Abnahme des Zervixschleims sollte direkt am Muttermund passieren, da die gleiche Prozedur am Scheideneingang unsicherer ist. Hierzu nimmst Du zwei Finger, am besten den Daumen und Zeigefinger, und ziehst den Schleim auseinander. Im Zuge dessen überprüfst Du diesen sowohl auf Spinnbarkeit als auch auf Konsistenz.

Natürliche Verhütung Zervixschleim

Es besteht ein entscheidender Zusammenhang zwischen der Beschaffenheit des Zervixschleims, der Basaltemperatur, der Fruchtbarkeit sowie den Hormonen, insbesondere vor dem Eisprung. 

Beschaffung des Zervixschleims im Laufe des Menstruationszyklus

Unfruchtbare Phase

Nach Deiner Menstruationsblutung wird den Spermien durch den verschlossenen Gebärmuttermund sowie den dickflüssigen Zervixschleim der Weg zur Gebärmutter versperrt. In dieser Phase ist Deine Scheide eher trocken und verliert nur sehr wenig Schleim. Die Zeitspanne dieser Zyklusphase ist vom Stadium der nachreifenden Eibläschen abhängig. Deren Wachstum kann sich durch äußere Einflüsse, beispielsweise durch Extremsport, Stress oder eine strenge Diät verzögern. Hast Du einen sehr kurzen Zyklus, kann es passieren, dass diese Phase nach Deiner Menstruationsblutung ausbleibt. Längere Zyklen können hingegen abwechselnd sehr trockene und sehr feuchte Phasen aufweisen. Innerhalb dieses sauren Milieus können Spermien höchstens drei Stunden überleben.

Mögliche fruchtbare Phase

Östrogen wird in den heranwachsenden Eibläschen gebildet und gelangt schließlich über die Blutbahn zum Gehirn und Muttermund. Die Konsistenz des Zervixschleims wird klumpig, cremig und klebrig. Der Schleim ist flüssiger als in der unfruchtbaren Phase, wodurch sich dieser vermehrt am Scheidenausgang vorfinden lässt. Du kannst nun davon ausgehen, dass Deine fruchtbare Phase bevorsteht. Innerhalb dieser Zeitspanne haben es Spermien schwer, schnell zur Gebärmutter vorzudringen. Die vorliegende Schleimkonsistenz erlaubt es ihnen jedoch, für einige Zeit dem sauren Milieu in der Scheide zu entgehen.

Fruchtbare Phase 

In der fruchtbaren Phase steigt der Östrogenspiegel stark an. Das ist auf das reife Eibläschen zurückzuführen, das sich kurz darauf vom Eierstock auf den Weg zum Eileiter macht. Der Schleim wird in diesem Stadium in den Drüsen des Gebärmutterkanals produziert, wodurch sich ein feuchtes Scheidenklima bildet. Aufgrund der hohen Östrogenkonzentration ist dieser auch als Östrogenschleim bekannt. Dieser Schleim ist flüssiger und dehnbarer, seine Konsistenz und Optik erinnern an rohes Eiweiß. Durch seine Zuckerkonzentration sorgt er dafür, dass Spermien geschützt, gefiltert, genährt und schließlich in den Gebärmutterhals weitertransportiert werden. Dort überleben sie zwischen drei und fünf Tagen. Wenn Du nicht schwanger werden möchtest, solltest Du in dieser Zeit gewissenhaft verhüten. Steht eine Familienplanung an, ist es ratsam, alle zwei Tage Geschlechtsverkehr zu haben, um sicherzustellen, dass überlebensfähige Spermien den Weg zur Eizelle finden.

Post-Ovulationsphase

Nach dem Eisprung folgt die Follikelbildung aus dem verbleibenden Eibläschen. Ein Follikel ist eine Drüse, die das Hormon Progesteron produziert, welches über den Blutkreislauf in den ganzen Körper gelangt. In dieser Phase ist eine erhöhte Basaltemperatur messbar. Durch die dickflüssige Konsistenz des Zervixschleims wird der Muttermund verschlossen. Nach diesem Prozess kann keine zweite Ovulation mehr stattfinden.

Fazit Zervixschleim-Methode

Der Zervixschleim gibt Aufschluss darüber, in welcher Phase des Menstruationszyklus Du Dich befindest. Die Analyse des Zervixschleims am Muttermund ist genauer als die des Schleims am Scheideneingang. Da verschiedene Faktoren die Zervixschleim-Qualität beeinflussen können, unter anderem Deine Trinkgewohnheiten, Hustenlöser oder Stress, kann die Auswertung schwierig sein. Je nach Situation kann es (vorübergehend) zu einer vermehrten oder verminderten Schleimproduktion kommen. Auch besteht die Gefahr, den Ausfluss bei erregtem Zustand mit dem Zervixschleim zu verwechseln. Es kann passieren, dass fruchtbarer Zervixschleim ohne Ovulation wahrzunehmen ist. Für ein sicheres Ergebnis kombiniere die Zervixschleim-Methode mit der Messung der Basaltemperatur. Bei einem Temperaturanstieg sowie flüssigem Schleim ist von einer veränderten Schleimqualität durch Östrogen und somit von einer fruchtbaren Phase auszugehen.

Häufige Fragen

Wann kommt der Zervixschleim?

Zu Beginn des Zyklus ist kaum bis gar kein Zervixschleim wahrzunehmen. Im Verlauf wird der Schleim klebrig, cremig und weißlich. Nähert sich der Eisprung, bemerkst Du, dass Dein Zervixschleim dünnflüssig und spinnbar geworden ist. 

Wie muss der Zervixschleim sein, um schwanger zu werden?

In der Phase des Eisprungs ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am höchsten. Um das Stadium zu überprüfen, verwende zwei Finger und analysiere Deinen Zervixschleim: Je flüssiger der Zervixschleim, desto fruchtbarer bist Du. In dieser Zeit zieht der Schleim lange Fäden, die eine ganze Fingerlänge einnehmen können. Optisch ähnelt der Schleim rohem Eiweiß. 

Wie viele Tage vor dem Eisprung kommt Zervixschleim?

Der Schleimhöhepunkt ist zwischen zwei und drei Tagen vor und nach dem Eisprung wahrzunehmen. Ab dem vierten Tag nach der Ovulation beginnt die unfruchtbare Phase, in welcher kaum bis kein Zervixschleim vorhanden ist.

Wann ist der Zervixschleim flüssig?

Der Zervixschleim ist in der fruchtbaren Phase um den Eisprung flüssig. Besteht kein Kinderwunsch, solltest Du unbedingt in dieser Zeit gewissenhaft verhüten. Nach dem Eisprung ist kaum Schleim festzustellen.

Quellenangaben
Hintergrund schwarz - MySpring
Icon Plus - MySpring

[1] Wie messe ich den Zervixschleim? (o. J.). Frauenaerzte-im-netz.de. Abgerufen 5. September 2022, von https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/wie-messe-ich-den-zervixschleim/ 

[2] Cyclotest. (2022, August 12). Zervixschleim. cyclotest; UEBE Medical GmbH. https://www.cyclotest.de/zervixschleim/ 

[3] Valley Electronics. (o. J.). Zervixschleim. Daysy.me. Abgerufen 5. September 2022, von https://de.daysy.me/wissenswertes/zykluswissen/zervixschleim/ 

[4] Zervixschleim - was ist das & was sagt er aus? (o. J.). trackle GmbH. Abgerufen 5. September 2022, von https://trackle.de/blogs/zyklus/zervixschleim 

[5] Mit Zervixschleim-Beobachtung Eisprung bestimmen - consiva®. (2021, April 21). consiva®. https://www.consiva-info.de/natuerlich-schwanger-werden/zervixschleim 

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