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Hormonstäbchen: Das sicherste Verhütungsmittel

Langzeitverhütung für drei Jahre: Das verspricht das Hormonstäbchen. Es ist etwa Streichholz-groß und wird auf der Innenseite Deines Oberarms unter die Haut implantiert. Dort gibt es dauerhaft ein Gestagen-Hormon ab, das eine Schwangerschaft verhindern soll. Die Wirkung ist mit der Minipille vergleichbar. Wir verraten Dir, wie sicher das Hormonstäbchen ist, wie es angewendet wird und welche Nebenwirkungen es auslöst.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Hormonstäbchen wird für einen Zeitraum von 3 Jahren eingesetzt.
  • Kleine operative Eingriffe sind notwendig, um es einzusetzen und zu entfernen.
  • Auch bei Erbrechen und Durchfall bietet es zuverlässigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Das Verhütungsstäbchen im Überblick

Das Hormonstäbchen hat viele Namen: Verhütungsstäbchen, Hormonimplantat oder Hormonstäbchen. Alle meinen dasselbe. Wie der Name bereits vermuten lässt, zählt es zu den hormonellen Verhütungsmitteln, die zwar einen hohen Schutz bieten, aber unterschiedliche Nebenwirkungen aufweisen.

Der Pearl-Index des Verhütungsstäbchens liegt bei 0,1: Damit gilt es als das sicherste Verhütungsmittel überhaupt. Von 100 Frauen, die zwölf Monate mit dem Hormonstäbchen verhüten, werden 0,1 schwanger – eine von 1.000. Ansatzweise vergleichbare Werte werden ansonsten nur mit der Sterilisation der Frau, der Sterilisation des Mannes oder der Hormonspirale erreicht.

Durch die Anwenderin kann es beim Hormonstäbchen nicht zu Fehlern in der Handhabung kommen, da es durch eine Ärztin oder einen Arzt bei einem kleinen chirurgischen Eingriff eingesetzt wird.

Wie funktioniert die Verhütung mit dem Stäbchen?

Die Wirkweise des Hormonstäbchens ist mit der Minipille vergleichbar. Es gibt dauerhaft geringe Mengen des Gestagen-Hormons Etonogestrel in das Blut ab. Dadurch hemmt es den Eisprung und verändert den Schleim im Gebärmutterhals, wodurch die Spermien es schwer haben, in die Gebärmutter zu kommen [1]. Die Schleimhaut in der Gebärmutter kann sich darüber hinaus nicht ausreichend aufbauen.

Anwendung des Verhütungsstäbchens: Verhütungsstäbchen einsetzen

Um mit der Verhütung durch ein Hormonstäbchen zu beginnen, wird dieses zunächst durch eine speziell ausgebildete Frauenärztin oder einen speziell ausgebildeten Frauenarzt in einem kleinen chirurgischen Eingriff eingesetzt. Das weiche Kunststoffstäbchen wird an der Innenseite des Oberarms unter die Haut implantiert und gibt von dort sofort Hormone in den Blutkreislauf ab.

Wird das Implantat zwischen dem ersten und fünften Tag der Periode eingesetzt, bietet es sofort sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft [2]. Wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann, kann es alternativ an jedem anderen Tag eingesetzt werden. In dem Fall muss aber sieben weitere Tage zusätzlich – zum Beispiel mit einem Kondom – verhütet werden.

Nach drei Jahren muss das Hormonstäbchen schließlich wieder durch eine Ärztin oder durch einen Arzt entfernt werden. Dafür wird die betroffene Stelle örtlich betäubt, einige Millimeter eingeschnitten und das Stäbchen entfernt. Eine Schwangerschaft ist sofort wieder möglich.

Hormonstäbchen: Diese Nebenwirkungen sind zu erwarten

Hormonelle Verhütung ist immer mit unterschiedlichen Nebenwirkungen verbunden. Durch die Zugabe von Gestagen wird der Hormonhaushalt des menschlichen Körpers durcheinander gebracht, wodurch er entsprechend reagiert. Besonders zu Beginn der Behandlung fällt die Reaktion auf die Veränderung stärker aus. Nach einigen Monaten nehmen die Nebenwirkungen in der Regel wieder ab.

Mögliche Nebenwirkungen des Hormonstäbchens:

  • Störung des Hormonhaushalts
  • Zwischen- und Schmierblutungen
  • Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen
  • Reduzierte Libido
  • Akne
  • Haarausfall
  • Gewichtszunahme
  • Scheideninfektionen

Wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln kann das Verhütungsstäbchen für Zyklusstörungen sorgen. Es kann verstärkt zu Zwischen- und Schmierblutungen, Stimmungsschwankungen und einer sinkenden Libido kommen [3]. Zusätzlich kann das Verhütungsstäbchen Haarausfall verstärken, Akne auslösen und zu einer Gewichtszunahme führen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Der Empfängnisschutz des Hormonimplantats kann beeinträchtigt werden, wenn Du bereits andere Medikamente einnimmst, insbesondere solche, die den Hormonabbau in der Leber beschleunigen. Das sind bestimmte Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie, Medikamente gegen Pilzerkrankungen, Tuberkulose und HIV. Auch Johanniskraut zählt dazu. Sprich mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin darüber, dass Du ein Hormonimplantat verwendest. So kann er oder sie Dich auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.

Hormonimplantat: Vorteile und Nachteile

Das Hormonstäbchen hat Vor- und Nachteile, die es für unterschiedliche Personen als Verhütungsmittel interessant macht. Der folgende Überblick zeigt, für wen sich das Hormonimplantat eignet.

Die Vorteile des Hormonimplantats:

  • Das Hormonstäbchen ist das sicherste Verhütungsmittel.
  • Es schützt dauerhaft, Du musst nicht jeden Tag an Deine Verhütung denken.
  • Spontaner Sex ohne Vorbereitung ist möglich.
  • Anwendungsfehler durch die Anwenderin sind ausgeschlossen.
  • Zyklusbedingte Beschwerden nehmen häufig ab.
  • Erbrechen oder Durchfall reduzieren den Schutz durch das Hormonimplantat nicht.

Die Nachteile des Hormonimplantats:

  • Das Hormonstäbchen hat Nebenwirkungen, die denen der Minipille gleichen: z. B. Verlust der Libido, Stimmungsschwankungen, Akne und Gewichtszunahme.  
  • Der Hormonhaushalt Deines Körpers wird durcheinander gebracht. 
  • Zwischenblutungen treten häufig auf.
  • Das Hormonimplantat schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Es sind kleine operative Eingriffe notwendig, um es einzusetzen und zu entfernen. [4]

Das Hormonstäbchen eignet sich insbesondere für Frauen, die eine Zugabe des Hormons Östrogen nicht vertragen, aber dennoch nicht auf eine langfristige und sichere Verhütung verzichten möchten. Besonders bei regelmäßigem Sex ist das Verhütungsstäbchen eine praktische Methode, um jederzeit und ohne Vorbereitung aktiv werden zu können. Bei wechselnden Partner:innen ist zusätzlich ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten sinnvoll.

Hormonstäbchen, aber ab welchem Alter?

Das Hormonstäbchen ist in Deutschland unter dem Namen Implanon NXT® erhältlich. Nach Herstellerangaben bietet es Frauen jeden Alters zuverlässigen Schutz. In Studien ist es jedoch nur für Frauen erprobt worden, die zwischen 18 und 40 Jahren alt waren.

Hormonstäbchen: Kosten für das Implantat

Wer sich ein Hormonimplantat einsetzen lassen möchte, muss mit Kosten zwischen 300 und 400 € rechnen. Das Einsetzen des Stäbchens ist dabei schon inbegriffen. Es wieder entfernen zu lassen, kostet in der Regel weitere 40 €. Der hohe Preis relativiert sich über die Anwendungszeit von drei Jahren. Wer bereit ist, den Preis zu zahlen, sollte sich aber sicher sein, das Hormonstäbchen lange nutzen zu wollen.

Zusammenfassung

Das Verhütungsstäbchen gilt, gemessen am Pearl-Index, als das sicherste Verhütungsmittel. Die Zugabe des Hormons Gestagen kann in den ersten Monaten zu Nebenwirkungen und verstärkten Blutungen führen, bietet aber über einen Zeitraum von drei Jahren sicheren Schutz vor einer möglichen Schwangerschaft – selbst bei Erbrechen, Durchfall oder anderen Magen-Darm-Beschwerden. Wer langfristig verhüten und jederzeit spontan Sex haben können möchte oder gar mit seiner Familienplanung abgeschlossen hat, findet mit dem Hormonstäbchen den zuverlässigsten Schutz, der derzeit möglich ist.

Häufige Fragen

Wie sicher ist das Hormonstäbchen?

Ist das Hormonstäbchen besser als die Pille?

Wie viel kostet das Verhütungsstäbchen?

Hat man seine Tage mit dem Hormonstäbchen?

Was ist das sicherste Verhütungsmittel?

Quellenangaben

Links