Verhütung

Mikropille

Mikropillen gehören zu den Kombinationspillen und sind eine Weiterentwicklung der klassischen Antibabypille. Die Östrogen-Gestagen-Pillen mit einem geringen Östrogenanteil unter <50 μg werden 21 Tage lang zur gleichen Uhrzeit eingenommen. Daraufhin folgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der Du eine Abbruchblutung bekommst. Einige Präparate enthalten auch 28 Pillen, sieben davon sind Placebos. Mit einem Pearl-Index von 0,1-0,9 ist die Mikropille eine der sichersten Verhütungsmethoden für Frauen.

Mikropille: Wirkung

Der Terminus “Mikro” bezieht sich auf den geringen Östrogenanteil, der bei neueren Präparaten für eine bessere Verträglichkeit sorgt, da ein höherer Anteil an Östrogenen vorwiegend unerwünschte Nebenwirkungen birgt. Größtenteils enthält die Mikropille das Östrogen Ethinylestradiol, variiert aber in der Art der Gestagene. Die Hormone Östrogen und Gestagen bewirken in Kombination, dass sich Dein Zyklus stabilisiert. Der Eingriff in Deinen Hormonhaushalt verhindert, dass eine Eizelle in Deinem Eierstock heranwächst und ein Eisprung stattfindet. Außerdem verschließt ein durch das Gestagen gebildeter Schleimpfropf Deinen Gebärmutterhals, wodurch es Spermien nicht möglich ist, in Deine Gebärmutter vorzudringen. Gleichzeitig reduziert sich der Aufbau Deiner Gebärmutterschleimhaut, woraufhin sich auch keine befruchtete Eizelle einnisten könnte. Innerhalb der 7-tägigen Einnahmepause sinkt die Hormonkonzentration im Blut so weit, dass eine Blutung eingeleitet und die Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen wird.

Beratungsgespräch: Welche Pille ist die beste

Bevor Du die Mikropille zum ersten Mal einnimmst, sind ein Aufklärungsgespräch und eine gynäkologische Untersuchung unerlässlich. Deine Gynäkolog:in wird mögliche Kontraindikationen und Nebenwirkungen mit Dir durchgehen und abwägen, ob die Mikropille das richtige Verhütungsmittel für Dich ist. Eine halbjährliche Kontrolle ist ratsam, die eine Krebsvorsorgeuntersuchung inkludiert. Auch auf Deinen Blutdruck wird der Fokus gelegt, da die niedrig dosierte Kombinationspille Dein Herz-Kreislauf-System beeinflussen kann. Die Mikropille ist die richtige Verhütungsmethode für Dich, wenn Du jung und gesund bist und keine Vorerkrankungen hast.

Minipille oder Mikropille: Vorteile

Der Empfängnisschutz der Mikropille ist außerordentlich hoch. Zudem erlaubt die Mikropille im Gegensatz zur Minipille mit Levonorgestrel ein Toleranzzeitfenster von 12 Stunden, falls Du die Einnahme doch mal vergessen haben solltest. Die nächste Pille solltest Du dann wieder zur gewohnten Uhrzeit einnehmen. Neben vielen positiven Effekten für Deinen Körper hat das hormonelle Verhütungsmittel zudem den Vorteil, dass es das Risiko minimiert an bestimmten Krankheiten zu erkranken.

Mikropille: Nebenwirkungen

Neben etlichen Vorteilen sind, wie bei jeder hormonellen Verhütungsmethode, auch unerwünschte Nebenwirkungen möglich. Zu diesen zählen unter anderem:

  • erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Embolien
  • leicht erhöhtes Risiko für Brust- und Muttermundkrebs
  • verminderter Empfängnisschutz bei Durchfall und Erbrechen
  • nicht in der Stillzeit geeignet
  • depressive Verstimmungen
  • Übelkeit (mit Erbrechen)
  • Zwischenblutungen 
  • Pilzinfektionen
  • Brustspannen
  • Libidoverlust

Hattest Du vier Stunden nach Deiner Pilleneinnahme Durchfall oder musstest Dich übergeben, ist es ratsam eine weitere Mikropille zu schlucken, um einer Schwangerschaft vorzubeugen. Alternativ solltest Du für die nächsten sieben Tage mit einer weiteren hormonfreien Methode zur Empfängnisverhütung auf Nummer sicher gehen.

Mikropille absetzen

Solltest Du Raucherin sein, ist die Mikropille nicht für Dich geeignet, da die Gefahr eine Thrombose zu erleiden durch das Nikotin ohnehin schon erhöht ist. Dasselbe gilt für ein genetisch bedingtes Thromboserisiko. Des Weiteren solltest Du eine andere Form der Verhütung wählen, wenn Du 

  • an einer Lebererkrankung leidest.
  • bereits eine Thrombose hattest.
  • eine Embolie hinter Dir hast.

Der Konsum von Medikamenten und bestimmten Wirkstoffen spielt zusätzlich eine große Rolle bei der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva. Folgende Medikamente und Inhaltsstoffe können die Wirkung der Mikropille herabsetzen

  • Medikamente gegen Tuberkulose
  • Medikamente gegen Epilepsie
  • Medikamente gegen Rheuma
  • Medikamente gegen HIV
  • Beruhigungs- und Schmerzmittel
  • Cholesterin- und Blutdrucksenker
  • Diabetesmedikamente
  • Entzündungshemmer
  • Johanniskraut
  • Abführmittel

Mikropille: Kosten

Grundsätzlich gilt für jede Pille: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 18. Lebensjahr. Bist Du zwischen 18 und 22 Jahren alt, werden anteilig 5 bis 10 € für Dich fällig. Ab 23 Jahren musst Du die Kosten selbst tragen, die sich je nach Präparat, Packungsgröße und Hersteller unterscheiden. Eine Sechs-Monats-Packung ist pro Monat günstiger als eine Drei- oder Ein-Monats-Packung. Im Schnitt betragen die Kosten für drei Monate zwischen 20 und 60 €.

Fazit

Durch den niedrigeren Östrogenanteil der Mikropille ist diese oft besser verträglich als eine höher dosierte Kombipille. Auf Wunsch kann das Kontrazeptivum, je nach Präparat, auch durchgenommen werden. Das ist besonders praktisch, wenn ein wichtiges Ereignis bevorsteht oder Du in den Urlaub fahren möchtest. Insbesondere bei Endometriose, Depressionen und Myomen eignet sich der Langzyklus, da dieser Beschwerden aufgrund eines starken Hormonabfalls entgegenwirkt.

Häufige Fragen

Wie wendet man die Mikropille richtig an?

Die Mikropille wird regelmäßig zur gleichen Tageszeit 21 (selten 22) oder 28 Tage lang eingenommen. Von 28 sind meist sieben Pillen hormonfreie Placebos. Nach einer dreiwöchigen Einnahme bekommst Du eine Abbruchblutung. In einigen Fällen kann die Mikropille auch pausenlos durchgenommen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Mikropille und Minipille?

Die Mikropille ist eine Kombinationspille mit einem Gestagen- sowie niedrig dosierten Östrogenanteil. Minipillen sind reine Gestagenpillen und nicht ganz so sicher wie Mikropillen. Außerdem kannst Du die Minipille auch in der Stillzeit einnehmen, da nur eine minimale Gestagenmenge in die Muttermilch übergeht.

Was macht die Mikropille und wann wirkt sie?

Die Hormonzusammensetzung in der Mikropille bewirkt nicht nur, dass Dein Eisprung verhindert wird, sondern auch, dass keine Eizelle im Eierstock heranwachsen kann. Durch das enthaltene Gestagen bildet sich ein Schleimpfropf am Gebärmutterhals, der Spermien den Zutritt verwehrt. Der Aufbau Deiner Gebärmutterschleimhaut wird so weit reduziert, dass sich auch eine befruchtete Eizelle nicht mehr einnisten könnte.

Für wen eignet sich die Mikropille?

Die Mikropille eignet sich mit ihrem geringen Östrogenanteil besonders für Frauen, die Östrogene nicht so gut vertragen. Sie ist zudem sehr gut für Dich geeignet, wenn Du einen unregelmäßigen Zyklus hast, da sie zur Zyklusstabilisierung beiträgt.

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