Verhütung

Verhütungsring

Der Verhütungsring, auch Vaginalring genannt, ist mit einem Pearl-Index von 0,4-0,65 eine der sichersten Verhütungsmethoden neben der Pille. In einem Anamnesegespräch befragt die Ärzt:in Dich nach Deinen Erkrankungen und den Vorerkrankungen von Familienangehörigen. Zudem wird eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine gynäkologische Untersuchung bei Dir durchgeführt. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, Risiken sowie Alternativen für Deine Verhütung erhältst Du die entsprechenden Anwendungshinweise.

Verhütungsring einsetzen

Es gibt nur eine Größe, da der weiche Kunststoffring sehr anpassungsfähig ist und durch Deine Beckenbodenmuskulatur gehalten wird. Mit etwa 5 cm Durchmessern wird dieser am ersten Tag Deiner Regelblutung wie ein Tampon entweder im Sitzen, Stehen oder Liegen in Deine Scheide eingeführt. Dort wirkt er durch die Abgabe von Hormonen. Nach einem Zeitraum von drei Wochen entsorgst Du den Ring schließlich im Restmüll.

Verhütungsring: Wirkung

Die Hormone, das Östrogen Ethinylestradiol sowie das Gestagen Etonogestrel, gelangen über Deine Scheidenwand direkt ins Blut und bewirken so, dass sowohl Dein Eisprung gehemmt als auch Dein Gebärmutterschleim verdickt wird, wodurch keine Spermien in Deine Gebärmutter gelangen können. In der 7-tägigen Pause, in welcher die Verhütung weiterhin besteht, tritt eine Abbruchblutung ein. Nach Ablauf der sieben Tage legst Du im dreiwöchigen Rhythmus einen neuen Verhütungsring ein. In den ersten sieben Tagen nach erstmaligem Einsetzen empfehlen wir Dir einen zusätzlichen Verhütungsschutz.

Vaginalring: Vorteile

Aufgrund der einfach Anwendung und dem einmaligen Wechsel alle drei Wochen kommt es sehr selten zu Anwendungsfehlern. Oft wird der Ring beim Geschlechtsverkehr zwar gespürt, aber nicht als störend wahrgenommen. Falls dies doch der Fall sein sollte, kannst Du das Verhütungsmittel für einen Zeitraum von drei Stunden entfernen, ohne dass der Empfängnisschutz verringert wird. Auch für Allergiker:innen ist die Methode geeignet, da der Ring frei von Latex und Silikon ist. Des Weiteren treten aufgrund der kontinuierlichen Hormonabgabe keine Hormonschwankungen auf. Sowohl Regelstärke als auch Regeldauer sind meist verringert. Du kannst den Ring nach Rückbildung der Gebärmutter auch verwenden, wenn Du erst kürzlich entbunden hast.

Da die Hormone nicht über den Magen-Darm-Trakt und die Leber, sondern direkt von Deiner Scheidenwand aufgenommen werden, ist im Gegensatz zu der Pille nur eine geringe Hormondosis erforderlich. Außerdem wird die Wirkung infolge von Durchfall und Erbrechen oder bei infekt- oder medikamentenbedingten Resorptionsstörungen nicht vermindert. Nach dem Absetzen des Rings kannst Du problemlos schwanger werden, da sich Dein Zyklus schnell normalisiert.

Verhütungsring: Nebenwirkungen

Wie jede andere hormonelle Verhütungsmethode schützt der Ring Dich nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Zudem können bei der Anwendung des Verhütungsrings unerwünschte Wirkungen auftreten. Wichtig ist, dass Du regelmäßig überprüfst, ob der Ring noch richtig sitzt. Wenn bei Dir keine Familienplanung angedacht ist, sollte bei nicht ordnungsgemäßem Sitz ein zusätzlicher Schutz, beispielsweise ein Kondom, verwendet werden. Bei der Einnahme mit Medikamenten, beispielsweise Antibiotika, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Es ist deshalb unerlässlich, dass Du der Gynäkolog:in alle Medikamente mitteilst, die Du einnimmst. Unerwünschte Wirkungen treten aufgrund der niedrigen Hormonabgabe äußerst selten auf, sind aber dennoch möglich. Diese können unter anderem folgende sein:

Scheidenring: Kontraindikationen

Für stillende Frauen ist der Vaginalring nicht geeignet. Außerdem empfiehlt er sich nicht, wenn Du zu Thrombosen und deren Folgeerkrankungen neigst oder bereits eine Thrombose hattest. Solltest Du über 35 Jahre alt und Raucherin sein, besteht aufgrund des erhöhten Thromboserisikos Klärungsbedarf durch die Ärzt:in. Weitere Kontraindikationen sind: 

  • (vergangene) Krebserkrankungen wie Brust- oder Gebärmutterkrebs, deren Wachstum hormonell beeinflusst werden kann
  • Diabetes mit Gefäßveränderungen
  • nicht abgeklärte Scheidenblutungen
  • schwere Lebererkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Sichelzellenanämie

Verhütungsring: Kosten

Bis zum 22. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Im Vergleich zur Pille ist der Ring deutlich kostenintensiver. Es gibt Packungsgrößen mit einem, drei oder sechs Stück. Der Preis ist je nach Packungsgröße, Hersteller sowie Anbieter unterschiedlich und beträgt zwischen 16 und 25 € pro Stück, wobei größere Packungen auf einen Ring gerechnet deutlich günstiger sind. Eine Dreierpackung der Marke Nuvaring kostet beispielsweise etwa 49 €.

Ring: Verhütung ohne Hormonschwankungen

Das Thema Verhütung ist ein essenzieller Faktor, der nicht nur die Sexualität der Frau beeinflusst, sondern auch Risiken birgt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Du genau abwägst, welches Verhütungsmittel das geeignetste für Dich ist. Der Verhütungsring ist nicht nur einfach in der Handhabung, sondern auch frei von Silikon und Latex. Durch die kontinuierliche Abgabe von Hormonen treten keine Hormonschwankungen auf. Im Gegensatz zur täglichen Einnahme der Pille musst Du lediglich alle drei Wochen an einen Ringwechsel denken

Häufige Fragen

Wie wirkt der Verhütungsring?

Ein Östrogen-Gestagen-Gemisch, welches direkt über Deine Scheidenwand in Dein Blut gelangt, sorgt neben der Hemmung Deines Eisprungs auch für die Verdickung Deiner Gebärmutterschleimhaut. So ist es Spermien nicht möglich, in Deine Gebärmutter zu gelangen.

Wie sicher ist der Ring?

Der Vaginalring ist mit einem Pearl-Index von 0,4-0,65 sehr sicher.

Welche Nachteile hat der Verhütungsring?

Der Verhütungsring schützt Dich, ebenso wie die Pille, nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Zusätzlich kann es zu vaginalen Symptomen wie Verletzungen, Entzündungen oder Ausschlag kommen.

Für wen ist der Verhütungsring geeignet?

Der Verhütungsring eignet sich insbesondere für Dich, wenn Du nicht täglich an die Pilleneinnahme denken möchtest und kein erhöhtes Risiko mitbringst, an einer Thrombose zu erkranken.

Wie wird ein Verhütungsring angewendet?

Der Verhütungsring ist einfach in der Anwendung: Du führst ihn in einer bequemen Position in Deine Scheide ein, bis er angenehm sitzt. Dort verweilt er für den Zeitraum von drei Wochen, ehe Du nach einer 7-tägigen Pause einen neuen Ring einlegst.

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